Warum der Berliner Stromausfall ein Weckruf für ganzheitliche Sicherheitsstrategien ist

Am 3. Januar 2026 kam es im Südwesten Berlins zu einem großflächigen Stromausfall, der nach Behördenangaben durch linksextreme Terroristen verursacht wurde und zeitweise über 45.000 Haushalte sowie mehr als 2.000 Unternehmen betraf. Betroffen waren nicht nur privater Strom, sondern beispielsweise auch Mobilfunk, Internetdienste, Fernwärme‑Versorgung und kritische Einrichtungen wie Pflegeheime oder medizinische Dienste.

Behörden gehen davon aus, dass der Ausfall durch einen gezielten Brandanschlag auf ein wichtiges Kabelbündel in der Nähe einer Strominfrastruktur verursacht wurde – Ermittlungen laufen noch, auch ein Bekennerschreiben liegt nach Medienberichten bereits vor.

 

1. Stromausfall als aktueller Bezugspunkt für Sicherheitsrisiken

Strom ist eine der zentralsten Infrastrukturen, auf die moderne Gesellschaften angewiesen sind. Ohne stabile Energieversorgung funktionieren nicht nur Haushalte nicht mehr – auch Versorgungseinrichtungen, Behördenkommunikation, Sicherheitsdienste und digitale Services stehen still. Gerade im Winter und bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt wird dies schnell zu einer Lebens‑ und Gesundheitsfrage.

Ein solcher Vorfall zeigt:

  • KRITIS‑Netze sind Zielscheiben für Angriffe – physisch oder digital.
  • Folgen von Infrastrukturausfällen sind weitreichend, auch über den unmittelbaren Energieverlust hinaus.
  • Notfallpläne, Resilienz‑Strategien und schnelle Wiederherstellungskonzepte sind entscheidend.
  • Dies sind grundlegende Themen, die bereits durch die neue NIS‑2‑Richtlinie adressiert werden.

 

2. Was ist NIS‑2 und warum ist der Vorfall relevant?

Die NIS‑2‑Richtlinie der EU ist im vergangenen Dezember in deutsches Recht umgesetzt worden. Sie fordert von Betreibern kritischer Infrastrukturen – zu denen Energieversorger, Telekommunikationsnetze, Transport‑ und Finanzsysteme gehören – weitreichende Maßnahmen zum Schutz ihrer Dienste.

Dazu zählen unter anderem:

  • Ganzheitliches Risikomanagement für digitale und physische Bedrohungen.
  • Analyse der Auswirkungen auf kritische Geschäftsprozesse – Business Impact Analysis (BIA).
  • Aufbau von Resilienz-, Notfall- und Wiederanlaufplänen im Rahmen des Business Continuity Managements (BCM).
  • Vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen und kontinuierliches Monitoring von Bedrohungen.
  • Geregelte Meldepflichten und koordinierte Reaktion auf Sicherheitsvorfälle.

Gerade die Kombination aus physischem Sabotageverdacht, massiven Auswirkungen und der Dauer der Störung macht klar: Schutzkonzepte müssen breiter gedacht werden als nur Firewall, Backup‑Server oder Zugangskontrolle.

 

3. Warum traditionelle Sicherheitsansätze nicht mehr ausreichen

Ein Stromausfall ist kein klassischer Cyberangriff – aber seine Folgen und Angriffsflächen betreffen sowohl physische als auch digitale Systeme gleichermaßen. Moderne Energieanlagen sind digital gesteuert, Informations‑ und Kommunikationssysteme hängen von Strom ab, und Notfall‑ und Krisenkommunikation ist ohne Strom stark eingeschränkt.

Zu oft wird Sicherheit technisch oder digital isoliert gedacht. Doch Vorfälle wie dieser belegen:

  • Menschliche Faktoren und klassische Risiken (Brandstiftung, Sabotage, infrastrukturelle Schwächen) bleiben relevant.
  • Netzwerkeffekte bringen Dominoeffekte mit sich (z. B. Ausfall von Internet, Telekommunikation, Heizungssystemen).
  • Abhängigkeiten zwischen Sektoren bedeuten, dass ein Ausfall in einem Bereich schnell andere Bereiche destabilisiert.

Das ist genau der Grund, warum die Anforderungen von KRITIS und NIS‑2 nicht nur Compliance‑Pflichten sind, sondern Chancen, die Sicherheit gesamtheitlich zu verbessern.

 

4. Unsere Perspektive: Beratung für echte Resilienz

Als Unternehmen mit Fokus auf IT‑Security, Datenschutz und KRITIS‑Compliance sehen wir solche Vorfälle als signifikante Alarmsignale: Sicherheit sollte nicht nach Sektorgrenzen getrennt werden – sondern als durchgängige Verantwortung, von physischen Assets bis zur digitalen Abwehr und Prozesssicherheit.

Wir unterstützen Unternehmen und Organisationen dabei, NIS‑2‑Anforderungen praktisch umzusetzen, etwa durch:

  • Risiko‑ und Sicherheitsanalysen über Sektor‑ und Systemgrenzen hinweg
  • Aufbau robuster Incident‑Response‑Prozesse inklusive Krisenkommunikation
  • Notfall‑ und Wiederanlaufpläne für physische und digitale Dienste
  • Schulungen, Awareness‑Programme und Prüfprozesse zur Governance

 

Resümee

Der Stromausfall in Berlin ist mehr als eine nette Schlagzeile – er ist ein Beispiel dafür, wie Gesellschaft, Wirtschaft und Behörden von einem schlagartigen Ausfall lebenswichtiger Dienste betroffen sind. Dafür braucht es mehr als punktuelle Maßnahmen – es braucht ein integriertes Verständnis von Sicherheit, wie es NIS‑2 und KRITIS‑Strategien vorsehen.

Für Entscheidungsträger bedeutet das:

  • Frühzeitig handeln statt erst reagieren.
  • Ganzheitliche Resilienz statt punktueller Lösungen.
  • Compliance als Geschäftschance statt als bürokratische Pflicht.

 

 

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Matthias A. Walter, http://www.tec4net.com

EDV-Sachverständiger | Auditor für Datenschutz und IT-Sicherheit


Quellen und Links:

NIS-2-Anforderungen sicher umsetzen – mit der tect4net GmbH
https://www.tec4net.com/web/it-security/

Fragen und Antworten zu NIS-2 und Kritis
https://www.tec4net.com/web/category/wissen-nis-2/

Infoblatt zu NIS-2 der tec4net
https://www.tec4net.com/web/wp-content/uploads/2025/01/tec4net_Infoblatt_NIS-2.pdf

Die NIS-2-Richtlinie (EU) 2022/2555 des Europäischen Parlaments
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32022L2555

Openkritis – NIS2-Umsetzungsgesetz
https://www.openkritis.de/it-sicherheitsgesetz/nis2-umsetzung-gesetz-cybersicherheit.html


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Wir beraten und auditieren DSGVO und BDSG sowie die Normen ISO/IEC 27001, TISAX, NIS-2 und PCI-DSS.

 

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